Retten wir das Haus des Gastes!
 
Das historische Sanatoriumsgebäude von 1905 ist verschwunden. Wir dokumentieren, was geschah und was daraus folgt.

3D-Rundgang durch das Haus des Gastes

Das Haus ist verschwunden, aber ein Teil seiner Räume lässt sich noch einmal betreten. Aus den 360-Grad-Aufnahmen vom Januar 2024, dem Bestandsgrundriss von 1987 und einer sorgfältigen Zuordnung der Aufnahmestandorte entstand eine interaktive Dokumentation mit Rundgang, Foto-3D-Ansicht und Puppenhausmodell.

Bewusst anderes Seitenlayout: Der eigentliche 3D-Rundgang folgt nicht dem Layout der übrigen Seiten. Für Panorama, Grundriss und Modell wird nahezu die gesamte Bildschirmfläche benötigt. Die gewohnte Website bleibt in diesem Tab geöffnet; der Rundgang startet deshalb in einem neuen Tab.
360-Grad-Rundgang mit Bestandsgrundriss, Aufnahmepunkten und Innenansicht des Kellergeschosses
Der 360°-Rundgang verbindet die Panoramen mit dem Bestandsgrundriss von 1987. Die Nummerierung läuft durchgehend vom Untergeschoss bis zum Außenbereich.

Wie die Idee entstand

Am Anfang standen einzelne RICOH-THETA-Aufnahmen, die zunächst nur wie eine Reihe ungewöhnlich breiter Fotos wirkten. Weil sie als nahtlose 360-Grad-Panoramen aufgenommen worden waren, ließen sich Türen, Flure, Treppen und wiederkehrende Raummerkmale aus verschiedenen Blickrichtungen vergleichen. In einem größeren Bildarchiv fand sich anschließend die vollständige Serie aus dem Haus des Gastes.

Damit entstand die Idee, die Bilder nicht nur als Galerie zu zeigen. Sie sollten wieder zu einem begehbaren Zusammenhang werden: Wo stand die Kamera? Welche Tür führt wohin? Welche Aufnahmen zeigen denselben Bereich? Und lässt sich das verschwundene Haus wenigstens digital noch räumlich nachvollziehen?

Wie die Seiten hergestellt wurden

117 Originalaufnahmen wurden geordnet, technisch geprüft und mit ihren Metadaten verglichen. Davon sind 109 Bilder an 66 Aufnahmepunkten im Rundgang verwendbar. Acht unscharfe, schwarze oder beim Tragen verdeckte Aufnahmen wurden ausgeschlossen. Wiederkehrende Türen, Treppenläufe, Fenster, Wandoberflächen und die zeitliche Reihenfolge der Bildserie halfen bei der räumlichen Zuordnung.

Als Planquelle dient der genehmigte Bestandsgrundriss von 1987. Der spätere Kompromissplan wurde nicht für die innere Raumverteilung verwendet. Die Wandzüge und Kamerapunkte wurden am alten Grundriss ausgerichtet. Wo Bilder oder Plan keine belastbare Aussage erlauben, wird nichts ergänzt. Solche Bereiche erscheinen im Puppenhaus ausdrücklich als Fehlstelle.

Die technische Aufbereitung, Bildzuordnung und Seitenerstellung erfolgten computergestützt, einschließlich KI-gestützter Bildanalyse. Die Ergebnisse wurden anschließend visuell anhand der Panoramen und des Bestandsplans kontrolliert. Erkennbare Personen wurden in den Arbeitskopien unscharf gemacht; diese Unschärfen betreffen ausschließlich Personen.

360°-Rundgang

Die Originalperspektive steht im Vordergrund. Grundrisspunkte, Pfeile und Bildfolgen verbinden 109 Panoramen zu einem Weg durch Untergeschoss, Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss und Außenbereich.

Foto-3D

Diese Ansicht verwendet ausschließlich 25 Bereiche mit mindestens zwei Perspektiven. Das Panorama wird auf planbasierte Wände, Decke und Boden projiziert. Kleine Kamerabewegungen erzeugen eine räumliche Ebenenparallaxe.

Puppenhaus

Die Etagen liegen auf den historischen Grundrissen. Nachvollziehbare Wände werden hochgezogen, Aufnahmepunkte und Wege eingeblendet. Nicht belegte Bereiche bleiben sichtbar als Fehlstellen markiert.

Bedienung

Öffentliche und geschützte Räume

59 Panoramen sind öffentlich sichtbar. Weitere 50 Aufnahmen zeigen unter anderem frühere Arbeitsbereiche des Amtes, Akten- und Nebenräume oder privat wirkende Schlaf- und Sanitärräume. Obwohl zum Aufnahmezeitpunkt niemand mehr im Gebäude wohnte, werden diese Ansichten vorsorglich nur nach Passwortfreigabe gezeigt. Die Freigabe gilt einmal für die gesamte Browser-Sitzung.

Wie der Rundgang zu bewerten ist

Der Rundgang ist vor allem eine bildliche Dokumentation. Die 360°-Ansichten zeigen reale Oberflächen, Raumfolgen und den Zustand zum Aufnahmezeitpunkt deutlich besser als einzelne Fotos. Zusammen mit dem Bestandsplan entsteht ein nachvollziehbarer Eindruck von Größe, Wegen und Nutzung des Hauses.

Er ist jedoch kein vermessenes CAD-Modell und keine vollständige Photogrammetrie. Exakte Raumhöhen, Möbeltiefen und Kameraversätze sind nicht bekannt; verdeckte oder nicht fotografierte Bereiche lassen sich nicht zuverlässig rekonstruieren. Deshalb werden fehlende Informationen nicht erfunden. Das Ergebnis eignet sich zum Erkunden, Erinnern und Einordnen, nicht als Grundlage für Bauplanung oder Maßangaben.