Retten wir das Haus des Gastes!
 
Das historische Sanatoriumsgebäude von 1905 ist vom Abriss bedroht...

Kommentare

Öffentlicher Leserbrief von Georg Quedens, Norddorf, Januar 2024.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar und veröffentlichen diesen auch gerne, wenn Sie dem zustimmen.

Bitte schreiben Sie an hdg-kommentare@jostjahn.de oder senden Sie einen Brief. Erwähnen Sie bitte ausdrücklich, dass wir den Kommentar veröffentlichen dürfen. Bitte bleiben Sie in jedem Fall sachlich und vermeiden Sie Angriffe auf einzelne Personen. Wir behalten uns Änderungen nach Rücksprache mit Ihnen vor. Vielen Dank!

Bitte schreiben Sie auch - wenn sie es möchten - an die Gemeinde in Person des Bürgermeisters Cornelius Bendixen. Natürlich bleiben Sie dabei freundlich und sachlich. Über eine Kopie der e-mail an uns, z.B. an hdg@jostjahn.de freuen wir uns.

Ganz viele Kommentare findet man auch auf der Open Petition Seite.

Der Inselchronist Georg Quedens aus Norddorf schickte uns seinen Standpunkt, den er nach der Podiumsdikussion verfasst hat. Er ist nebenstehend auch als Bild abgebildet und mit seiner Erlaubnis auch als Ton Dokument. Vielen Dank dafür. Besser kann man der Gemeinde nicht ins Gewissen reden und vielleicht denken viele Wähler/-innen noch einmal darüber nach, bevor sie ihr Kreuz machen!

Man muß die Gemeinde Nebel bzw. den Bürgermeister loben, dass sie bei der nun Jahre dauernden Diskussion um ein Haus des Gastes (hier kurz „Sanatorium“ genannt) immer wieder die Bevölkerung in öffentlichen Versammlungen einbeziehen. So auch am 22.1. des Jahres im überfüllten St. Clemens-Hüs unter Moderation des Landrates.

Es ging stundenlang um Baufragen und Kosten, aber eine ganz wichtige Frage (was wohl die meisten Zuschauer erwarteten) blieb sozusagen fast ungenannt. Das Faktum, dass sich mit dem Abriss des „Sanatoriums“ eine der größten Kultur-Katastrophen der letzten Jahrhunderte verbindet, nämlich der Neubau eines Gebäudes, der als Fremdkörper nicht fremder im Friesenhausdorf Nebel sein kann.

Anhand eines Prospektes und durch Leinwandbilder wurden die Anwesenden informiert: Ein Neubau, wie er aus der Höhe eines Möwenfluges zu tausenden als Tomatentreibhaus in Holland und Andalusien zu sehen ist! Und vom vielbegangenen Wattenweg aus erscheint das Gebäude auf der Fotovision wie ein überdimensionierter Viehstall! Und das als Panorama des Friesendorfes Nebel! Und als Beeinträchtigung der Kirche und des historischen Friedhofes! – Eine Inselattraktion, die übrigens auch Wittdün und Norddorf gehört, so dass ein Vorhaben an dieser Stelle längst nicht nur eine Angelegenheit von Nebel, sondern der Gesamtinsel ist!

Hier droht, nach der „Keksdose“ in Wittdün, eine zweite „Keksdose“ in Nebel, und zwar nicht für einige, sondern für 50 oder 70 Jahre.

Als nunmehr fast 90jähriger Ur-Amrumer habe ich lebenslang die Inselgeschichte erforscht und dokumentiert. Mir fällt kein Ereignis ein, das in ähnlicher Art das Bild von Nebel derart beschädigt und herabgewürdigt hat, wie dieser geplante Fremdkörper. Auf der Versammlung wurde vor einem „Versylten“ gewarnt. Nein, eine derartige Ortsverschandelung, wie jetzt in Nebel geplant, gibt es in Kampen, Tinnum, Morsum und erst recht in Keitum nicht! Schlimmer wäre, wenn man in Zukunft bei Ortsverschandelungen von „Vernebeln“ sprechen würde.

Georg Quedens


Leserbrief von Hans-Georg Hostrup, Vorsitzender der IG Baupflege, 01.02.2024 im Inselboten.

Hier finden Sie viele Kommentare von Gästen, die direkt an uns geschickt worden sind. Wir konnte nicht alle veröffentlichen:

  • Guten Tag, hier ist mein Kommentar zur Webseite 'Retten wir das Haus des Gastes!'
    Gerade habe ich den Kommentar von Herrn Georg Quedens gelesen, der sachlich, kenntnisreich und anschaulich abgefasst ist. Leider steht zu befürchten, dass es auf Amrum so geschichts- und geschmacklos aussehen könnte wie in Teilen auf Sylt und von Föhr.
    Bei den geplanten Abriss- und Neubauplänen des Hauses des Gastes handelt es sich um ein essentielles Anliegen der gesamten Insel. Deshalb sollten alle Gemeinden und Organisationen zu einem solch unumkehrbaren Projekt befragt werden.
    Ich hoffe sehr, dass eine nachhaltige, historisch und ästhetisch überzeugende Lösung gelingt.
    Mit herzlichen Grüßen
    Ursela Kintzen, Karlsruhe, 13.02.2024

  • Ich frage mich, wie die Gäste, die Jahrzehnte die geliebte Insel besuchen und wertschätzen über die Pläne eines Neubaus denken? Ist das Haus des Gastes in Nebel nicht in erster Linie für die Gäste und Urlauber? Ein unverkennbares Wahrzeichen der Insel, des Ortes. Ein schönes, erhaltenswertes Haus mit interessanter Geschichte. Seit 1956 ist unsere Familie mit der Insel verbunden, vertraut auch mit dem Gebäude des Haus des Gastes in unmittelbarer Nachbarschaft unseres kleinen geliebten 300 Jahre alten Friesenhauses. Es heißt, es sei eines der ältesten Häuser auf der Insel. Ein beliebter Blickfang für zahlreiche Touristen und Urlauber, die oft Stop machen und sich unser Kleinod ansehen und an meinen Vater, Hermann Prey dabei denken, der die Insel so sehr liebte. Dieses Haus steht auch immer noch, obwohl es in die Jahre gekommen ist. Unserer Familie ist daran gelegen, dieses kleine Haus liebevoll zu erhalten und auch für die künftigen Generationen. Wenn man um meine bescheidene Meinung bittet, so darf ich hier unverhohlen sagen: lasst doch das alte ehrwürdige Haus des Gastes stehen, renoviert es liebevoll und ergänzt es mit einem gut durchdachten funktionalen Anbau. Ich bin überzeugt davon, viele, die Amrum lieben, werden darüber dankbar sein. Das wäre meine Meinung dazu.
    Herzlichst,
    Florian Prey, 08.02.2024

  • Manchmal sind Zuspitzungen sinnvoll: Sollte bei Erwägungen zu Veränderungen dieses speziellen „Haus des Gastes“ wirklich die Meinung der stimmberechtigten NebelerInnen den Ausschlag geben und nicht die Ansicht sämtlicher Amrumer? Ach! Sollte nicht nicht überhaupt die Ansicht der für die meisten Amrumer wirtschaftlich notwendigen zahlreichen Gäste letztlich entscheidend sein? Gut- und Schlechtachten sind nun einmal nie neutral-objektiv, weil von Menschen gemacht. Die Fragen zu eventuellem Schimmel und Kosten dürften von Profis doch zu lösen sein.

    Dr. J. Rohwer, 04.02.2024

  • Sehr geehrte Damen und Herren, als langjährige Gäste auf der wunderschönen Insel Amrum sind wir sehr irritiert über die Vorgänge und Pläne, die das Haus des Gastes betreffen. Ein historisches Gebäude, eines der letzten Zeugnisse der Bäderkultur, soll entfernt werden mitsamt den wertvollen alten Bäumen ringsumher, um einem nichtssagenden, beliebigen Neubau Platz zu machen, der nichts mit Amrum zu tun hat und genausogut in einem teuren Vorort von Düsseldorf oder Hannover stehen könnte. Das ist schon schlimm genug. Was uns viel mehr entsetzt, ist der Umgang des Gemeinderates mit den Gegnern des Neubaus. Ernsthafte Vorschläge und ausgearbeitete Pläne, wie das schöne Haus und der Park erhalten werden können, sowie das Bürgerbegehren, werden konsequent übergangen, Kosten und voreilig abgeschlossene Verträge verschwiegen. Da wir nicht vor Ort sind, möchte ich keine weitereren Einzelheiten und Schikanen aufzählen, aber wenn das, was im Internet zu lesen ist, auch nur zu einem Bruchteil wahr ist, reicht es aus, um übelkeit zu verursachen. Als Gäste haben wir mit vielen anderen unser Votum abgegeben. Der Imagefilm, der bestimmt auch nicht billig war, zeigt uns, dass auch wir, die ja immerhin das Geld auf die Insel bringen, übergangen werden. Das ist sehr enttäuschend. Solange es Menschen gibt, die gegen die unsinnigen Pläne aufstehen, kommen wir gerne weiter nach Amrum. Wenn die Silhouette des schönen Dorfes Nebel erst verunstaltet ist, überlegen wir uns das. Mit freundlichen Grüßen,
    Beate Ullrich mit Familie
    Arnsberg, Westfalen, 23.01.2024

  • Sehr geehrte Damen und Herren! Mein Mann und ich haben uns gerade in Ruhe den virtuellen Rundgang angeschaut und sind erschüttert: so gesichtslos und unpassend für die Insel haben wir uns den Neubau nicht vorgestellt!!!! So hoffen wir inständig, dass die Neblerinnen und Nebler, die wissen, warum Menschen wie wir seit Jahrzehnten auf diese Kleinodinsel kommen, diese Bausünde verhindern werden! Und wir im Sommer weiter eine unverwechselbare Atmosphäre erleben können! Dieser Kasten könnte überall auf der Welt stehen.

    Mit immer noch hoffnungsvollen Grüßen
    Ulrike und Wolf Huy aus Hannover, 23.01.2024

  • Aus geschichtlichen, städtebaulichen und architektonischen Gründen (ein für die Inselbebauung typisches Gebäude im „Bäderstil“ mit verputzter Fassade und steil geneigtem Dach sowie handwerklich solider Innenausstattung) ist das Gebäude auf jeden Fall erhaltenswert und prägt das Strassen- und Ortsbild.

    Aber auch aus Gründen der Nachhaltigkeit und des Einsparens von Ressourcen ist es falsch, ein Gebäude mit so viel Volumen abzureissen. Die allgemeine Diskussion in der Frage „Erhalt eines bestehenden Gebäudes oder Abriss und Neubau“ geht immer mehr zur Erhaltung, Sanierung und Umnutzung. Das bestehende Gebäude ist aus diesen Gründen unseren Erachtens, auf jeden Fall zu erhalten.

    Stellungnahme der IG Baupflege, 26.09.2023

  • Sehr geehrte Amrum Touristik,

    seit geraumer Zeit verfolge ich, dass das Haus des Gastes einem Neubau weichen soll. Dass der geplante Neubau nicht in das Ortsbild von Nebel passt erschließt sich von selbst. Gerade Nebel mit seinen historischen Gebäuden ist so ein schöner Ort, den ich gerade aus diesem Grund gerne besuche. Eine Sanierung des bestehenden Hauses ist für mich sinnvoller als der geplante „Glaskasten“. Dieser passt nunmal gar nicht nach Nebel.

    Ich denke auch, dass es die meisten Gäste Ihres Dorfes genauso sehen wie ich. Ich hoffe doch sehr, dass es nicht zu einem so hässlichen Neubau kommt, sondern dass das Haus des Gastes saniert wird. Mit freundlichen Grüßen

    Heike Kukovicic, Rheinland, 03.09.2023

  • Nur negative Kommentare beim Imagefilm der Amrum Touristik Nebel

  • Warum nur wollen AmrumerInnen, die doch sehr weitgehend vom Tourismus leben, nun verspätet denselben Weg gehen wie so viele Bäder der Ostsee-Küste Schleswig-Holsteins, die die ihnen eigene, so charakteristische Architektur vernichteten? Will Nebel, bekannt durch freundliche Beschaulichkeit, mit der Errichtung eines solchen Bauwerks modern wirken? Ein Mahnmal steht bereits in Wittdün... !

    Dr. Jochen Rohwer, Lübeck, 31.08.2023

  • Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Bürgermeister Bendixen,

    meinen herzlichen Dank an die Initiatoren von „Retten wir das Haus des Gastes“! Ich bewundere Ihr großes Engagement und Durchhaltevermögen!

    Unbegreiflich, dass das Eintreten für den Erhalt eines historischen Gebäudes auf der Insel Amrum, derartig hohen Aufwand erfordert und so viel Widerstand auslöst! Unbegreiflich, die Abrisspläne der Nebeler Verwaltung zur historischen Jugendstilvilla von 1905 und das Bauvorhaben zu einem ausladenden Flachbaukasten, was wiederum die Zerstörung des jetzigen Kurparks nach sich ziehen würde. Egal, wie viele Bäume sterben sollen, jeder ist einer zuviel.

    Ich bin seit 32 Jahren mehrmals jährlich Gast von Amrum und sehe diese jüngste Entwicklung bezüglich des Umgangs mit historischen Werten mit Sorge. War doch Amrum immer ein Musterbeispiel für Pflege von Natur, Tradition und Inselgeschichte!

    Das Haus des Gastes, eines der letzten noch vorhandenen Häuser der alten Amrumer Bäderarchitektur und früheres Sanatorium hat seinen festen Platz in der Inselmitte im historischen Dorf Nebel und repräsentiert die Inselgeschichte des 20. Jahrhunderts. Mit dem Abriss des Hauses würde gerade im historischen Inselkern ein Jahrhundert Amrumgeschichte ausgelöscht werden. Ein Erhalt des Hauses erst macht die Aufarbeitung der Geschichte möglich.

    Für mich ist das Haus des Gastes mit vielen Erinnerungen an persönliche Erlebnisse und Veranstaltungen verbunden. Und es gibt viele Gäste dieser Insel, denen es ebenso geht. Ist doch dieses Haus meist der erste offizielle Anlaufpunkt für die Besucher von Amrum! Was wird ein zukünftiger Gast empfinden, als Anlaufstelle im Friesendorf Nebel dann in solch unpersönlichen Bau zu müssen?!

    Als ehemalige DDR Bürgerin möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich Denk- und Verhaltensweisen, wie sie gerade in Nebel im Umgang mit der Bürgerinitiative praktiziert werden, zu gut aus DDR Zeiten kenne.

    Ich hoffe und wünsche uns allen sehr, dass die Nebeler den Mut haben, im Volksentscheid für den Erhalt der Jugendstilvilla zu stimmen! Schade eigentlich, dass nicht alle Inselbewohner abstimmen dürfen und die Meinung der Gäste keine Rolle spielt.

    Und noch etwas: Nach 40 Jahren DDR waren alle um 1900 gebauten Villen auf den Inseln Rügen und Usedom heruntergekommen und marode. Niemand hätte aber hier eine Sanierung in Frage gestellt. Sie wurden sämtlichst wieder hergestellt und sind zu neuem Glanz erwacht. Ebenso die vielen Jugendstilhäuser im Ostteil Berlins, zum Teil waren sie baufällig und unbewohnbar, jedes einzelne wurde rekonstruiert und saniert.

    Eine reiche Insel wie Amrum kann das nicht schaffen? Es wirkt peinlich, dass die Finanzierung dermaßen schwierig scheint!

    Sind überhaupt die Kosten eines Neubaus vorhersehbar?

    Haben die Nebeler Angst zur Unterschrift, weil sie denken, die finanzielle Last allein tragen zu müssen?

    Wo sind Investoren, Sponsoren? Ist es so schwer, sie zu finden?

    Almut Duwe, Berlin, 23.08.2023

  • Öffentlicher Leserbrief von Georg Quedens, Norddorf, 17.12.2023.

  • Die Petition ist mir ein besonderes Anliegen, weil ich seit 1981 regelmäßig die Insel besuche und das architektonisch gelungene Ensemble des Nebeler Haus des Gastes mit seinem wunderschönen Baumbestand ringsherum nicht nur als Ziel oder Ausgangspunkt manch schönen Spaziergangs genutzt habe. Auch der Garten rundum - sowie der Blick auf das prachtvolle Haus laden jedesmal zum verweilen an schattigen Plätzen.

    Ein moderner Zweckbau wie avisiert, bricht ohne Not massiv mit dem gewachsenen Nebeler Ortskern sowie der benachbarten Kirche.

    Ein Gebäude zudem über die Jahre verfallen zu lassen, darf man nicht als Grund anführen um es abzureissen. Wo bleibt denn bitte die oft beschworene Nachhaltigkeit beim Abriss und Neubau, wenn eine barrierefreiere Weiternutzung nach behutsamen Umbau des Bestandgebäudes technisch und finanziell möglich wäre? Ich rede da bewusst nicht mal von den nachträglichen Anbauten, sondern der ursprünglichen Villa bzw. dem Haus des Gastes in Nebel.

    An die Hamburger Elphilharmonie erinnernd, möchte ich zudem darauf hinweisen, das sich avisierte Neubaukosten zum Teil auch gern mal vervielfachen. In Hamburg war es zum Ende der Faktor 10... Von der aktuellen Inflation bei Baumaterialien und deren Bereitstellung für ein solches Projekt mit Insellage möchte ich gar nicht erst anfangen. Denn damit wäre der Kostenvoranschlag schon jetzt finanziell weit überholt...

    Sollte an dem Vorhaben des Bürgermeisters festgehalten werden, werde ich dann nicht der erste bis dahin Amrumbegeisterte bleiben, der beginnt zu überlegen wohin ihn seine bzw. mich meine zukünftigen Urlaube an der deutschen Küste zukünftig führen werden. Denn es gibt noch Gemeinden, die Acht auf ihre architektonischen „Leuchttürme“ werfen. Dort ist dann die von jedem Urlauber einbehaltene Kurtaxe vielleicht besser und nachhaltiger investiert und aufgehoben. Ich brauche kein neues Cafe an der Wasserseite, neben dem unzählige SUV's parken. Amrum und Nebel tuen gut daran, kein zweites Sylt zu erschaffen.

    In Verbundenheit mit all den Menschen, die dazubeitragen, dass Amrum ein ganz besonderer Ort ist!

    Bernd Förster, Kaltenkirchen (29. Juni 2023)

  • Öffentlicher Leserbrief von Georg Quedens, Norddorf, 12.09.2023.

  • Liebe Amrumer, sehr geehrter Herr Bürgermeister Cornelius Bendixen, liebe Bürgerinitiative,

    da es um das Haus des Gastes geht, erlaube ich mir als Gast, der seit nunmehr 30 Jahren regelmäßig nach Amrum kommt, mich „einzumischen“, Stellung zu beziehen, Wünsche zu äußern.

    Warum Amrum … und nicht eine andere Insel?

    Ja, wir haben einige ost- und nordfriesische Inseln kennengelernt, können somit differenzieren und unsere Vorliebe für Amrum begründen:

    Schöne Natur – haben die anderen auch. ABER: Menschen, die sich auf Ihrer Insel engagieren (keinen Diavortrag von Georg Quedens haben wir ausgelassen) die heimischen Künstler, ob Fotografen, Maler, Töpfer, Sänger, Trachtentänzer – und alle Handwerker, wie Bäcker, Landwirte und Gastronomen sind künstlerisch tätig … haben bei uns eine hohe Wertschätzung! (Mir fallen noch viele mehr ein, sorry, alle geht nicht …) Wir, die als Urlauber faulenzen, sehen ,was Amrumer leisten, damit es uns gut geht. Ihnen allen herzlichen Dank!

    Die Musik in St. Clemens, ob durch die/den hauptberuflichen Musikus, oder die vielen Gäste, die im Urlaub bei der musikalischen Abendandacht musizieren. Allen sei an dieser Stelle herzlich gedankt! Das sind die Beweggr¨nde, nach Amrum zu kommen.

    Das Haus des Gastes ist ein in die Jahre gekommenes Gebäude. Ein Gebäude, das Charakter und Charme hat … und jetzt selbst sozusagen eine Kur braucht. Urlauber verstehen das sofort. Wir leben im Ruhrgebiet. Hier ist es dicht besiedelt und die Flächen sind dicht versiegelt. Hier hat man durch die Route Industriekultur bewiesen, dass man seine Wurzeln nicht ausreißt, sondern pflegt und umgestaltet. Und man staunt, wie alt und neu eine Symbiose eingehen. Vielleicht fahren nicht nur Musiker, sondern auch Architekten nach Amrum … und es gibt keine musikalische Feier sondern ein Symposium zum Thema Denkmalpflege auf Amrum. Steht das Haus des Gastes unter Denkmalschutz? Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt immer wieder unter Beweis: Vorher – Nachher …

    Was ich mir wünsche? Den Erhalt eines historischen Gebäudes, welches für die Bäderkultur auf Amrum steht, heute „Haus des Gastes“ ist und eines bereits bestehenden Kurparks! Wie lange braucht ein Baum, bis er eine stattliche Krone hat? In Zeiten von Klimakrise, Klimaschutz werden auf Amrum Bäume gefällt?! ( Geht's noch?)

    Wenn Sie neu bauen wollen? Bitte ja: an geeigneter Stelle bezahlbaren Wohnraum für Amrumer … wäre aus meiner Sicht sinnvoller! Und würde mein schlechtes Gewissen als Gast deutlich beruhigen! Wer braucht einen Neubau als Haus des Gastes? Mir fehlt nichts, aber den Amrumern und den Saisonkräften Wohnraum!

    Ein neues Cafe im Haus des Gastes? Bisher hatten wir Entscheidungsstress, welches Cafe wir heute in Nebel besuchen! Auch dorthin Dank: Sie machen alle einen guten Job! Und woher nehmen Sie das Personal für ein weiteres Cafe? Auch hier, wem fehlt etwas?

    Ich mische mich ein und bitte Sie herzlich, mir als Amrumgast, das bisherige Haus des Gastes zu erhalten!

    In Verbundenheit mit all den Menschen, die dazubeitragen, dass Amrum ein ganz besonderer Ort ist!

    Erika Grüter, Herne (6. Juli 2023)

  • Sehr geehrte Damen und Herren, vor rund einer Woche bin ich aus meinem wunderbaren Urlaub auf Amrum nach Heidelberg zurückgekehrt. In Nebel habe ich erfahren, dass das „Haus des Gastes“ eventuell abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Bitte erlauben Sie mir, Ihnen dazu meine Sicht als ein seit vielen Jahren begeisterter Besucher schreiben. Meine Frau und ich glauben, dass ein Neubau anstelle des jetzigen „Hauses des Gastes“ für die meisten Feriengäste ein großer Schritt zurück wäre und wahrscheinlich auch die Qualität und der Zauber Ihrer Insel – und besonders der von Nebel – Schaden nehmen würden.

    Aus der Erfahrung Heidelbergs, eines Magnets für Reisende aus aller Welt, kann ich sagen, dass die hiesige, behutsame Erneuerung der Altstadt samt Schlossruine der im wesentlichen richtige Weg war. Die Stadt hat als touristischer Magnet dadurch keine Einbuße erlitten. Seit den 1970er Jahren gilt, soweit ich informiert bin, dass in der Heidelberger Altstadt kein Neubau mit fünf Stockwerken oder höher errichtet werden darf. Es gibt dort also auch heute kein Hochhaus. Dadurch bleibt das Stadtbild der Altstadt erhalten.

    In Nebel würde das Ensemble aus Haus des Gastes, Kirche, Friedhof und Umgebung zerstört werden, wenn die Villa abgerissen würde. Das einmalig schöne Bild Ihrer Gemeinde wäre dahin. Eine behutsame Erneuerung im Inneren (z.B. der Toilettenbereich) ist dagegen zu begrüßen. Kurz und gut, das Alte sollte nicht immer einem Neuen weichen, nur weil das Neue bestimmten Trends des Tourismus entspricht. Umgekehrt gilt: es dürfte im Fall von Nebel gerade das beschriebene „Alte“ kontinuierlich eine starke Ausstrahlung haben und die Gäste stärker anziehen als ein Neubau.

    Außerdem würde das Fällen alter Bäume auf dem Gelände in der heutigen Zeit mehr denn je auch aus mehreren Klimaschutz-Gründen einen Rückschritt bedeuten. Viele Jahre müssten vergehen, bis neu gepflanzte Bäume groß werden. Was es bedeutet, Bäume zu haben oder nicht, zeigt uns zufällig der heutige Tag mit seinen rund 36 Grad hier.

    Mit besten Grüßen,
    Dr. Wolfgang Seifert und Eiko Yamada, Heidelberg (13.07.2023)

  • Im Jahr 2018 erlebten wir einen sehr schönen Urlaub auf Amrum. Wir genossen die Ruhe im Schatten der Bäume beim Haus des Gastes und lernten das Haus bei einem heimatkundlichen Vortrag näher kennen. Seit dieser Zeit verfolgen wir das Geschehen auf Amrum und in Nebel mit Interesse. Kein Verständnis haben wir für die Pläne des Gemeinderates das Haus des Gastes abreißen zu lassen und durch einen Neubau zu ersetzen.
    Diese Haus ist erhaltenswert! Wie empfehlen dem Gemeinderat die Entscheidung nochmals zu überdenken, vor Allem nachdem bekannt wurde, das die Öffentlichkeit seit Jahren mit falschen Informationen (z. B. angebliches Gutachten) bedacht wurde. Die finanziellen Rahmenbedingungen durch Preissteigerung haben sich gravierend geändert und es ist heute schon abzusehen das der Finanzrahmen nicht eingehalten werden kann.
    Dafür gibt es ausreichend Beispiele: Elbphilharmonie Hamburg, Flughafen Berlin, Bahnhof Stuttgart 21, Stammstrecke München, Gorch Fock.
    Den Mitgliedern des Gemeinderates sei gesagt: Eine so weitreichende Entscheidung nicht zu korrigieren ist unverantwortlich, eine Änderung der Beschlüsse zeigt Verantwortungsbewusstsein und Größe.

    Martin Jung-Wohlhüter (01.07.2023)

  • Ob ein Gebäude denkmalgeschützt ist oder nicht, wird von den Behörden bedauerlicherweise nur unter Berücksichtigung architekturhistorischer Kriterien entschieden. Aber das ehemalige Sanatorium Dr. Ide ist vor allem ein Kulturdenkmal, nämlich eines der sogenannten „medikalen Kultur“, wie der entsprechende medizinhistorische Begriff lautet. Es gibt nur noch wenige Sanatorien aus der Zeit um 1900 in Deutschland, die noch so gut erhalten sind und bei denen von der ursprünglichen Bausubstanz trotz Um- und Einbauten noch so viel zu erkennen ist, dass die Einheimischen, aber auch Besucher/innen noch vom „Sanatorium“ sprechen, obwohl es längst nicht mehr diese Bestimmungszweck hat. Eine so feste Verankerung im kollektiven Gedächtnis der Inselbewohner und vieler Amrum-Besucher hat bei der Frage Abriss oder Erhaltung eine Rolle zu spielen.

    Prof. Dr. Dr. h. c. Robert Jütte, Medizinhistoriker (29.06.2023).

  • Öffentlicher Leserbrief von Georg Quedens, Norddorf, 1.07.2023.

  • Ich finde es hervorragend, dass sich nun organisierter Widerstand gegen den Neubau des „Haus des Gastes“ formiert. Vielen Dank, dass Sie sich in dieser Sache so engagieren, welche mit viel Zeitaufwand und evtl. sogar Kosten verbunden ist. Ich habe bereits bei Open-Petition unterschrieben und werde noch Unterschriften-Listen downloaden.

    Wolfgang G. (25.06.2023).

  • Vor einigen Jahren war ich auf Amrum und weiteren Inseln, um meine Vorträge zu halten. Es ging um Baum und Wald und um unsere Haltung zur Natur. Inzwischen haben sich meine Vortragsthemen stark ausgeweitet, es geht um Begrünungsmaßnahmen für Gebäude und Kommunen, um Baumerhalt, Entsiegelung und naturnahe Lebensräume.

    Was oft nicht bedacht wird: der Erhalt bestehender Bäume ist nicht nur eine kluge und weitsichtige Maßahme, ist nicht nur Natur- oder Baumschutz, sondern dient und hilft letztlich uns Menschen. Naturschutz ist Menschenschutz.

    Über den unbedingten Erhalt von bestehenden Bäumen hinaus gehört zu jedem Projekt bedacht, dass es weitere Pflanzungen benötigt. Jedes Haus braucht mindestens einen Hausbaum.

    Aus Gründen des Resssourcen-Verbrauchs, des Umweltschutzes und entgegen der Versiegelung ist es zudem klug und verantwortungsvoll, bestehende Baumsubstanzen zu erhalten, zu renovieren und nachzunützen. Ein Neubau ist heutzutage oft eine Verschwendung und ein Verbrechen an unseren Nachkommen.

    In der tiefen Überzeugung und großen Hoffnung, dass meine Gedanken und Haltungen zum Nachdenken und Abwägen führen sollen.

    Conrad Amber (24.06.2023).

  • Wir haben nie verstanden, dass das Haus nicht zu sanieren sein soll. Wir selbst leben in einem sehr viel älteren Haus, welches viel schlimmer aussah, als wir es übernommen haben. Und ja es ist viel Arbeit, so eine Kernsanierung, aber ich denke nicht, dass das nicht möglich ist. Man muss es nur wollen.

  • Petra F. (23.06.2023).

  • Ich bin geborene Neblerin und entsetzt über den Entschluss des Gemeinderats. Das alte Gebäude, sprich Villa und die Bäume müssen erhalten bleiben,die hinzu gekommenen Anbauten können gehen.

  • Ingrid Tönissen (21.06.2023).

  • Als ich zum ersten Mal von den Abrissplänen hörte, traute ich meinen Ohren nicht. Hoffentlich lässt sich das mit diesem Bürgerbegehren verhindern! Ich würde das Gebäude in der eingewachsenen Parklandschaft sehr vermissen.

  • Knut S. (20.06.2023).

  • Ein altes Haus kann in einem vernünftigen finanziellen Rahmen saniert werden. Man muss es halt auch machen und nicht mutwillig unterlassen.

  • Jens Nissen, Nebel (20.06.2023).

  • Als kleines Kind saß ich oft auf der Treppe, wo Dr. Ide seine Praxis hatte. Meine Mutter hat da früher gearbeitet bei der Lebenshilfe Lippstadt. Ein paar Erinnerungen, die ich an dieses Gebäude habe. Es wäre so schade wenn es durch ein flaches langweiliges neues modernes Gebäude ersetzt werden würde. Ein Haus das nichts zu erzählen hat gegen ein Haus mit Geschichte. Super das was getan wird dagegen.

    Corinna K. (19.06.2023).

  • Wir lieben Amrum und genießen jedesmal unsere Zeit dort! Das Haus des Gastes in Nebel ist ein wunderschönes Gebäude, dass sich toll in die Umgebung einfügt! Dieses abzureißen und durch ein modernes Bauwerk, welches kalt und starr wirkt zu ersetzen, wäre eine Schande!!

    Birgit S. (18.06.2023).

  • Nur um Landesmittel im Millionenhöhe zu ergattern, sollen eine schöne Jugendstilvilla und der hundert Jahre alte Park darum herum zerstört werden? Das kann auch die S.-H. Landesregierung nicht wollen! Zuschüsse sind natürlich in den Kommunen begehrt, sie sollten aber mit Bedacht und sinnvoll eingesetzt werden (negatives Beispiel: die ganze Nacht über beleuchteter Wald in Süddorf, eine sinnfreie, schädliche, energieverschwendende und naturfeindliche Maßnahme mitten im Weltnaturerbe Wattenmeer - aber bezuschusst!).
    Es gilt, die Interessen eines zeitgemäßen, sanften und nachhaltigen Tourismus mit den bereits vorhandenen Schönheiten des jeweiligen Ortes behutsam und klug zusammenzuführen.
    Davon profitieren wir alle: Insulaner, Touristiker und Gäste!
    Die ideale Lösung im Fall des Haus des Gastes könnte so aussehen:
    originalgetreue und energetische Sanierung des erhaltenswerten Altbaus von 1905 (auch aus Gründen der Nachhaltigkeit), ein kleiner Neubau mit modernem Komfort und barrierefreier Verbindung zum Altbau, der Kurpark und sein seltener Bestand wild wachsender geschützter Weinbergtulpen bleiben erhalten, werden sachgerecht (!!) gepflegt, und die Tulpen werden als botanische Kostbarkeiten künftig touristisch beworben, statt sie kurz vor der Blüte abzumähen.
    Für ein solches Konzept sollte das Land Schleswig-Holstein umso lieber Zuschüsse geben, als es dem Naturschutz, nachhaltigem Tourismus und respektvollem Umgang mit historischem Baubestand Rechnung trägt!

    Anna Susanne Jahn (15.06.2023).

  • Die Gemeinde Nebel hat das „Haus des Gastes“ über Jahrzehnte verkommen lassen. Es wurde nur das Allernötigste zur Erhaltung unternommen, wie deutlich zu sehen ist. Mit einer fachgerechten und respektvollen Sanierung können wir die Villa von 1905 wieder im alten Glanz erstrahlen lassen!.

    Anna Susanne Jahn, Nebel (31.05.2023).

  • Alte Häuser sind Erinnerungsorte an das, was dort geschehen ist, wie die Bewohner dachten und handelten, wie sie große Politik in Amrumer Geschichte(n) umgesetzt haben. Schade, dass viele nicht mehr da sind. Dass gerade im „Haus des Gastes“ auch viel Ungastliches thematisiert worden ist, dass hier Nazis wirksam waren, ist noch ein Grund, es zu erhalten. Es macht aus diesem Haus – hoffentlich auch in und für die Zukunft – einen Lernort.

    Die schmerzlichen Erinnerungen von Kindern an das Sanatorium mit seiner schwarzen Pädagogik sollten mit diesem Haus bleiben und so Raum schaffen für die Aufarbeitung. Nachdenkorte für die Zukunft, für Amrumer und Gäste gleichermaßen.

    Thurid Pörksen, Nebel (12.05.2023).

  • Gäbe es noch viele Bauwerke aus dieser Zeit, so könnte man es sich leisten, dieses Gebäude ohne Bedenken niederzureißen, aber wie viele gibt es denn noch in Nebel, auf Amrum?

    Liane Kurfürst, Nebel (11.05.2023).

  • Wann immer wir auf Amrum waren, haben wir die Lesestube benutzt und Veranstaltungen im „Haus des Gastes“ besucht, gerne die Liegestühle im Park genossen.
    Der Abrissbeschluss ist eine völlig unverständliche Entscheidung, auch klimapolitisch „voll daneben“.
    Es ist ein wunderbares Haus mit sehr viel Charme, das unbedingt erhalten bleiben muss, weil es für die Insel ein wichtiger Faktor ist.

    Gisela und Werner Langner, Deutsch-Evern (15.04.2023).

  • Offener Brief von Prof. Dr. Dr. h.c. Robert Jütte (PDF) vom 14.12.2022.

  • Kommentare zu einem Facebook Beitrag von Michael Hengevoss am 13. April 2022.

  • Kommentare im geschichtlichen Abriss zum „Haus des Gastes“ bei AmrumNews vom 15.05.2020.

  • Kommentare zu einem Facebook Beitrag von Michael Ide am 23. April 2020.